Möglichkeiten der Kunsttherapie

Kunsttherapeuten arbeiten mit Menschen in allen Altersstufen und vielfältigen Lebenslagen. Kinder können ebenso leicht mit gestalterischen Mitteln erreicht werden wie alte Menschen. Auch Personen mit nur geringen Vorkenntnissen und bislang unentdeckten Fähigkeiten können die Kunsttherapie gewinnbringend für sich nutzen. 


Kunsttherapie kann dazu beitragen, Beeinträchtigungen

· der Krankheitsverarbeitung
· des Heilungsprozesses 
· der Selbst- und Fremdwahrnehmung
· der Lebensfreude
· der Zusammenarbeit zwischen Klienten und Therapeuten 

im gestalterischen Prozess zu überdenken, zu wandeln und positiv zu verändern

 

Kunsttherapie wirkt über das bildnerische Medium: Der therapeutisch und künstlerisch begleitete Gestaltungsprozess fordert und fördert seelisch-geistige Fähigkeiten. Der Kunsttherapeut begleitet nicht nur, er regt auch an, schützt vor schnellen Bewertungen, ermutigt und unterstützt in Phasen von Einfallslosigkeit oder persönlichen Konflikten. Der Kunsttherapeut ist Gesprächspartner bei der Suche nach gestalterischen Lösungen sowie Impulsgeber im analysierenden Dialog über die entstandenen Gestaltungen.

 

Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Gestaltung und der Sensibilisierung für ihre Bedeutung entstehen neue Möglichkeiten in der Kommunikation mit sich selbst und mit anderen. Das entstandene Werk wird zum Spiegel der persönlichen Geschichte, des momentanen Empfindens und der aktuellen Handlungsweise. 

 

Der Klient kann im therapeutischen Gespräch mögliche Bedingungen für die Entstehung von Störungen/Erkrankungen erkennen und Bewältigungsstrategien entwickeln. Verloren geglaubte Fähigkeiten (Ressourcen) und Selbstheilungskräfte werden auf diese Weise neu entwickelt und gestärkt. 

In welchem Rahmen wird Kunsttherapie durchgeführt?

Kunsttherapie findet statt in Einzel- oder Gruppentherapie. Kunsttherapie in einer Gruppe ermöglicht und fördert durch das Arbeiten in einem größeren Personenkreis

· gegenseitige kreative Anregung und Hilfestellung
· soziales Lernen und damit eine Erweiterung der sozialen Kompetenz
· den vertrauensvollen Austausch über die künstlerisch assoziativ umgesetzten Themen im geschützten therapeutischen Rahmen

 

Da beispielsweise chronische Erkrankungen oft mit einem sozialen Rückzug verbunden sind, bietet Gruppentherapie einen hilfreichen Rahmen. 

 

Einzelsitzungen sind angezeigt bei:

· Personen, die den Schutz der therapeutischen Zweierbeziehung brauchen, um sich zu öffnen
· Personen, welche die Dynamik innerhalb einer Gruppe als zu belastend erleben
· Personen, die es als entlastend empfinden, sich im schützenden, therapeutischen Rahmen bildnerisch auszudrücken und nonverbal zu kommunizieren
· Personen, die bei einem stationären Aufenthalt aus medizinischen Gründen ihr Bett oder ihr Zimmer nicht verlassen können

 

In klinischen und psychosozialen Einrichtungen ist die kunsttherapeutische Arbeit meist vernetzt mit anderen therapeutischen Hilfsangeboten (z.B. Psychotherapie, Ergotherapie, etc.).