Wo kann man eine Ausbildung oder Weiterbildung in Kunsttherapie machen?

Um eine spätere kunsttherapeutische Berufsausübung mit hoher Qualität sicherzustellen, ist eine breit angelegte fundierte Ausbildung notwendig. Sie sollte den Standards eines Berufsverbands entsprechen bzw. auf Hochschulniveau abschließen. Vermittelt werden sollen psychologische, psychotherapeutische und psychiatrische Grundlagen, kunsttheoretische und kunstpraktische Inhalte sowie kunsttherapeutische Methoden in Theorie und Praxis. Ferner unerlässlich sind supervidierte Berufspraktika sowie Selbsterfahrungen und die Erstellung einer wissenschaftlichen Abschluss- oder Fallarbeit.



Welche Berufschancen hat man als angestellte/r und welche als freiberufliche/r Kunsttherapeut/in?

Kunsttherapeuten mit erfolgreich abgeschlossener, hochwertiger Ausbildung und entsprechenden Praxiserfahrungen aus Praktika oder Berufsalltag haben ähnliche Chancen auf eine Anstellung im Gesundheitswesen wie andere Professionen in diesem Bereich (Ergotherapeuten, Pflegekräfte, etc.). 


Mit einer entsprechenden Heilbehandlungserlaubnis (mind. Heilpraktiker für Psychotherapie HPG) ist es für Kunsttherapeuten möglich eine eigene Praxis zu gründen. Kunsttherapeuten ohne Heilbehandlungserlaubnis eröffnen eigene Ateliers mit vorwiegend künstlerischem oder präventivem Schwerpunkt, sie konzipieren und leiten Projekte in Zusammenarbeit mit (heil-)pädagogischen oder (sozio-)kulturellen Einrichtungen. Sie arbeiten mit Wirtschaftsunternehmen zusammen oder sind in klinischen oder pädagogischen Institutionen auf Honorarbasis tätig.

Wo kann ich ein Praktikum machen?

In der Orientierungsphase vor einer Ausbildung zum/ zur Kunsttherapeut/in ist ein Praktikum sinnvoll. Auch im Rahmen der Studien- und Ausbildungszeit sind begleitende Praktika unabdingbar, um die nötigen Fachkompetenzen im Umgang mit Patienten/ Klienten zu erwerben.

Die meisten Kunsttherapeut/innen arbeiten in klinischen Institutionen – es lohnt sich sicher, bei einer psychiatrischen/ psychosomatischen oder psychotherapeutischen Einrichtung in der Nähe anzufragen. Im Internet lässt sich nach Kliniken recherchieren, die Kunsttherapie anbieten und wo ggf. Hospitationen und Praktika möglich sind. 

Auch bei Kunsttherapeut/innen, die in freier Praxis arbeiten, kann sich eine Kontaktaufnahme diesbezüglich lohnen. Fachgerecht ausgebildete Kunst- und Gestaltungstherapeut/innen mit eigener Praxis sind beispielsweise erfasst in der Therapeutenliste des Deutschen Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie (DFKGT).

Was verdient man als Kunsttherapeut/in?

Bisher werden Kunst- und Gestaltungstherapeut/innen noch in keinem bestehenden Tarifrahmenwerk angeführt. Daher ist die Einordnung in eine Tarifgruppe und die Bezahlung eines/r Kunsttherapeut/in Verhandlungssache mit dem Arbeitgeber.
Aus Expertensicht des DFKGT und anderer Verbände künstlerischer Therapien in Deutschland orientiert sich eine angemessene tarifliche Eingruppierung an der akademischen Qualifikation und der jeweiligen fachlichen Kompetenz. Auch die Gewerkschaften empfehlen eine Mindest-Eingruppierung gemäß TvöD 9.

Freiberuflich tätige Kunsttherapeut/innen beziehen in die Kalkulation ihrer Stundensätze die anfallenden Betriebskosten (Ausgaben für Miete, Material, Fortbildung, Fahrten etc.) und die Ausgaben für Sozialversicherungen mit ein. Je nach Standort und konkreter Leistung werden meist zwischen 25 und 60 Euro pro Stunde berechnet.