Gemäß der Qualitätsstandards des Berufsverbandes DFKGT haben gut qualifizierte Kunst- und Gestaltungstherapeuten ein Kunsttherapie-Hochschulstudium absolviert oder eine kunsttherapeutische Weiterbildung auf der Zulassungsbasis eines abgeschlossenen Hochschulstudiums durchlaufen. In der Regel bildet die Basis ein Studium im Bereich einer Nachbardisziplin.

 

In den modularisierten Curricula der jeweiligen Aus- und Weiterbildungsinstitute ist die Vermittlung fundierter theoretischer und praktisch- methodischer Lehrinhalte bezüglich Inhalt und Umfang festgelegt. Gelehrt werden psychologische und psychiatrische Grundlagen, kunsttheoretische und kunstpraktische Inhalte, psychotherapeutische und kunsttherapeutische Methoden in Theorie und Praxis. Ferner werden supervidierte Berufspraktika sowie Selbsterfahrungen absolviert und eine wissenschaftliche Abschluss- bzw. Fallstudie erstellt.

 

Kunst- und Gestaltungstherapeuten im klinischen Bereich erhalten von Seiten der fallführenden Psychotherapeuten oder Ärzte/ Psychiater einen Behandlungsauftrag und führen selbstständig die kunsttherapeutischen Maßnahmen (fachspezifische Befunderhebung, Therapieplanung samt Indikation und Zielstellung , Realisierung, Dokumentation) durch.

 

Für selbstständig/freiberuflich im Gesundheitsbereich arbeitende Kunsttherapeuten ist eine Heilbehandlungserlaubnis zwingend erforderlich (mindestens Heilpraktiker für Psychotherapie).


Kunsttherapeuten arbeiten auch in Tätigkeitsbereichen außerhalb des Gesundheitswesens, z. B. im Rahmen von Entwicklungsförderung, Prävention, Coaching, Supervision u.ä..

 

Kompetente Begleiter

Kunsttherapeuten verfügen über fundierte Kenntnisse bildnerisch/gestalterischer, psychodynamischer und entwicklungspsychologischer Zusammenhänge und wissen, wie diese im gestalteten Bild/ Werk sichtbar werden können. Sie kennen Faktoren, die die Entstehung und Entwicklung einer Erkrankung (Pathogenese) bzw. die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit (Salutogenese) fördern. Sie nutzen darüber hinaus unterschiedliche kunsttherapeutische sowie verbale Interventionsmethoden, um psychische Entwicklungs- und Selbstheilungsprozesse anzuregen und zu fördern.


Kunsttherapeuten gewährleisten einen geschützten und vertrauensvollen Rahmen, in dem eine freie, intuitiv bis spielerisch-experimentelle künstlerische Gestaltung möglich werden kann. Über eine gemeinsame Werkbetrachtung können aufgetauchte Bildinhalte besprochen, reflektiert und bearbeitet werden.